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Osteochondrosis Dissecans und Arthrose: Knochenschaden und Knorpelsterben unterhalb der Gelenkfläche

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Synonyme
osteo = Knochen
chondros = Knorpel
dissecare=abstoßen
Knochennekrose, aseptische Knochennekrose, Osteonekrose, Dissekat, dissezierende Osteochondrose

Osteochondrosis dissecans ist eine Erkrankung der Gelenkfläche, die meist Sprunggelenk, Knie oder Hüfte der meist jugendlichen, aktiven Patienten betrifft. Bei Osteochondrosis dissecans kommt es zu einem Absterben eines direkt unter der Gelenkfläche liegenden Knochenbezirks. Das Knorpel- Knochenstück kann sich aus dem Verbund lösen und als sogenannte freie Gelenkmaus (Dissekat) einen beweglichen Fremdkörper in der Gelenkkapsel bilden. Die direkte Folge von Osteochondrosis dissecans ist eine Gelenkarthrose als Kniearthrose, Hüftarthrose oder Sprunggelenksarthrose.

Wie verläuft Osteochondrosis dissecans?

Stadien bei Osteochondrosis dissecans
  1. Knorpelverletzung, nur im MRT sichtbar
  2. Deutliche Nekrose des unter dem Knorpel liegenden Knochens
  3. Losgelöster Erkrankungsherd mit deutlich sichtbarer Sklerosezone am Rand
  4. Losgelöster Gelenkkörper (Gelenkmaus)

Im ersten Stadium der Osteochondrosis dissecans stirbt der Knochen unter der Gelenkfläche langsam ab. Der Knorpel kann auch bei defektem Knochen noch lange intakt bleiben. Als bradytrophes Gewebe wird Knorpel von passiv fließenden Flüssigkeiten versorgt. Knochengewebe hingegen werden von Blutgefäßen aktiv mit Nährstoffen versorgt. Daher kann die vorübergehende Durchblutungsstörung des Knochens, die für das Entstehen der Osteochondrosis dissecans mutmaßlich verantwortlich ist, den darüberliegenden Gelenk-Knorpel intakt lassen. Es gibt keine klare Ursache für das Entstehen von Osteochondrisis dissecans. Wiederkehrende mechanische Belastungen, etwa bei schwerer sportlicher Belastung, werden dafür verantwortlich gemacht.

Im weiteren Verlauf kann es zu einer Ausstoßung des abgestorbenen Knochen-Knorpelstücks kommen. Es bildet sich die sogenannte Gelenkmaus (Dissekat). Der abgestorbene Bereich im knöchernenen Teil des Gelenks wird als Mausbett bezeichnet. Während anfangs nur Kirschkern-große Areale betroffen sind, können später mehrere Quadratzentimeter große Areale im Gelenk von Osteochondrosis dissecans betroffen sein. Je größer die darunter liegende abgestorbene Knochenfläche ist, um so eher verliert die darüberliegende Knorpelschicht ihre Verankerung und kann sich ablösen. Dieser frei umherschwimmende Fremdkörper im Gelenk kann unbehandelt Gelenks-Arthrose auslösen. Die Blutversorgung des Knochens weist im Bereich der Osteochondrosis dissecans-Bildung eine deutlich wahrnehmbare Lücke auf. Die Knochen im noch versorgten Randgebiet zeigen eine deutliche Knochenreaktion und verdichten sich (Sklerosezone).

Symptome und Beschwerden mit Osteochondrosis dissecans

Osteochondrosis dissecans betrifft meist sportlich hochaktive Jugendliche oder junge Erwachsene. In den frühen Erkrankungsphasen mit Osteochondrosis dissecans treten meist keine Symptome auf. Der Patient hat keine Beschwerden. Lediglich zufällige Diagnosen sind möglich, wenn in dieser Phase der Osteochondrosis dissecans aus anderen Gründen eine Röntgenaufnahme gemacht wird.

Bei Osteochrondrosis dissecans im Sprunggelenk bemerken Patienten Schmerzen in tiefliegenden Arealen des oberen Sprunggelenks. Direkt lokalisierbare Schmerzen, "Klicken" im Sprunggelenk oder gar Gelenk-Blockaden auf Grund von Osteochrondrosis dissecans sind eher selten. Manchmal verläuft Osteochondrosis dissecans sogar ganz beschwerdefrei.

Erst mit der bei fortgeschrittener Osteochondrosis dissecans üblichen Abstoßung der Gelenkmaus treten auch deutliche Beschwerden auf. Die bei Osteochrondrosis dissecans schnell verlaufende Arthrose kann zu entzündlichen Schmerzen, Gelenkschwellung (Gelenkerguss) und schließlich Gelenksperren führen.

Untersuchung der Osteochondrosis dissecans

Wegen des beschwerdefreien Verlaufs der Osteochondrosis dissecans ist eine Diagnose während des ersten Stadiums sehr selten. Aus der Krankengeschichte (Anamnese) ergeben sich meist keine einschlägigen Hinweise auf eine Osteochondrosis dissecans. Während der ersten Phase der Durchblutungsstörungen ist Osteochondrosis dissecans kaum diagnostizierbar. Erst bei fortgeschrittenem Knochensterben (Nekrose) wird Osteochondrosis dissecans im Röntgenbild sichtbar. Wichtig ist eine beiderseitige Untersuchung: in 40% aller Fälle tritt Osteochondrosis dissecans beidseitig auf.

Am zuverlässigsten gibt eine Kernspintomografie Aufschluß über das Stadium, in dem sich die Osteochrondrosis dissecans befindet. Auch eine Frühdiagnose der Osteochondrisis dissecans ist mit Kernspintomografie am ehesten möglich.

Mit einer Gelenksspiegelung (Arthroskopie) ist die genaueste Diagnose und teilweise auch Therapie der Osteochondrosis dissecans möglich. Die Läsionen an Knochen und Knorpel können direkt betrachtet werden.

Konservative Behandlung der Osteochrondrosis dissecans

Die zeitlichen Verläufe der Osteochondrosis dissecans sind individuell sehr unterschiedlich. Auch ein Anhalten des Krankheitsverlaufs in einem der Stadien ist durchaus möglich. Sogar Spontanheilungen von Osteochrondrosis dissecans werden gelegentlich beobachtet. Je jünger die Patienten mit Osteochrondrosis dissecans, um so besser sind die Heilungschancen. Daher richtet sich die Therapie der Osteochondrosis dissecans auch direkt nach dem Alter des Patienten. Im Wachstumsalter - wenn die Wachstumsfugen der Knochen noch nicht geschlossen sind, führen konservative Therapiemaßnahmen meistens schon zu guten Erfolgen. Eine Lösung des Dissekats (Geklenkmaus) darf aber vor dem Einleiten der Konservativen Behandlung noch nicht stattgefunden haben.

Für die konservative Therapie der Osteochondrosis dissecans wichtig ist die Teilentlastung des betroffenen Beines. Dazu gehört auch eine mindestens sechswöchige Auszeit von jeder sportlichen Betätigung. Im Verlauf wird die Heilung der Osteochondrosis dissecans durch computertomografische Aufnahmen überwacht.

Dagegen haben Krankengymnastik, Medikamente und andere konservative Verfahren keinen Einfluß auf den Verlauf der Osteochondrosis dissecans.

Operative Behandlung der Osteochondrosis dissecans

Osteochrondrosis dissecans bei Erwachsenen kann fast nur mit operativen Maßnahmen behandelt werden. Auf jeden Fall aber ist eine Operation der Osteochondrosis dissecans erforderlich, wenn bereits eine Loslösung des Dissekats stattgefunden hat.

Wichtig ist eine operative Behandlung bevor das lösgelöste Dissekat den Gelenkknorpel großflächig schädigen kann. Ziel der Therapie der Osteochondritis dissecans ist das Aufrechterhalten einer glatten gesunden Knorpeloberfläche im Gelenk. Im einzelnen Stehen folgende Operative Maßnahmen zur Verfügung:

  1. Anbohrung des Krankheitsherdes ohne den Knorpel zu verletzen (retrograde Anbohrung) zur Durchbrechung der Sklerosezone. Das soll eine Revitalisierung der Nekrosezone mit wieder einwachsenden Blutgefäßen auslösen.
  2. Ersatz des abgestorbenen Knochens durch körpereigene Knochentransplantate, die zum Beispiel dem Beckenkamm entnommen werden können
  3. Wiederbefestigung des bereits abgelösten aber intakten Dissekats durch Schrauben. Postoperative Entlastung von 6 Wochen ist erforderlich
  4. Wenn sich das Dissekat bereits aufgelöst hat kann das Mausbett nur noch verschlossen werden: durch kleine Bohrungen in die Tiefe des Knochens wird das noch gesunde Knochengewebe zur Ersatzknorpelbildung angeregt (Mikrofrakturierung)
  5. Knorpel-Knochentransplantation in das beschädigte Gebiet (Osteochondrale Transplantation oder OATS)
  6. Autologe Knorpeltransplantation in den Läsionsherd

Prognose nach Behandlung der Osteochondrosis dissecans

Osteochondrosis dissecans stellt eine schwerwiegende Erkrankung für die betroffenen Gelenke dar. Meist ist das Kniegelenk, Sprunggelenk oder Hüftgelenk betroffen. Unbehandelt führt die Osteochondrosis dissecans zur Ausbildung einer frühen Gelenksarthrose. Durch die o.g. operativen Maßnahmen kann der Schaden für das Kniegelenk auf ein Minimum reduziert werden. Bei den meist jungen Patienten kann sogar wieder Sportfähigkeit hergestellt werden.

Bei sehr jungen Patienten - zwölf Jahre und Jünger - kann der Spontanverlauf abgewartet werden. Eine Spontanheilung tritt in bis zu 50% der Fälle auf

Am besten ist sind die Aussichten, wenn eine Re-Vitalisierung des Knochenbezirkes gelingt und so das Lösen des Dissekates verhindert werden kann.

Alle anderen Verfahren, wie die Befestigung der Knochenmaus oder Knochenknorpeltransplantate, haben schlechtere Ergebnisse: die Gelenke der unteren Extremität reagieren langfristig sehr sensibel auf kleine Unregelmäßigkeiten der Knorpelflächen.

 

Diese Themen zu Fußorthopädie und Fußchirurgie gehören zum Spezialgebiet und Arbeitsschwerpunkt von Dr. Schneider. Sie können hier Ihre Frage zu Osteochondrosis dissecans direkt zu Dr. Schneider senden.

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