Sprunggelenk-Prothesen statt Versteifung - zur Therapie ersten Wahl bei OSG Arthrose
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Von allen Gelenken des Beines aber ist das Sprunggelenk am schwersten zu ersetzen. Die hohe Belastung beim Laufen, Springen oder bei Drehbewegungen - bis zum siebenfachen des Körpergewichts - auf dieser relativ kleinen, verletzungsanfälligen zwölf Quadratzentimeter großen Gelenkfläche, schafft einzigartige Herausforderungen für die Konstruktion.
Die Bewegungsmöglichkeiten des Sprunggelenks sind hochkomplex: Im oberen Sprunggelenk kann das Sprunggelenk angezogen und gestreckt werden. Das obere Sprunggelenk (OSG) ist also für den natürlichen Abrollvorgang beim Gehen zuständig. Das untere Sprunggeklenk kann den Fuß also seitlich drehen. Das untere Sprunggelenk kippt im natürlichen Gangzyklus zudem leicht nach innen oder außen.
Die vielfältigen Bewegungsmöglichkeiten und Belastungslinien des Sprunggelenks werden feingesteuert durch den - im Vergleich zu Hüfte oder Knie - sehr komplizierten Muskel- und Bandapparat. Bänder und Bindegewebe am Innenknöchel und am Außenknöchel erhalten durch ihre korrekte Spannung und ungestörte Funktion die sensible Statik im Sprunggelenk.
Ist nur eines der Außenbänder nach Bänderriss gestört, kann die veränderte Belastungslinie leicht zu einem gefährlichen Hohlfuß führen. Bei diesem verletzungsbedingten Hohlfuß knickt das Sprungbein nach aussen.
Ist ein Innenband verletzt, kann das Sprungbein nach innen knicken: ein Knickfuß tritt auf.
Jede der Fehlstellungen des Sprunggelenks kann langfristig, wenn nicht rechtzeitig erkannt und korrigiert wird - zu einer Sprunggelenksarthrose führen.
Oft kann der Sprunggelenksspezialist durch Wiederherstellung der natürlichen Belastungslinien an Aussenbändern und Innenbändern die Lebensdauer des natürlichen Gelenks entscheidend erhöhen.
Aber auch der stabile Einsatz einer Sprunggelenk-Prothese setzt einen gut regulierten Bandapparat voraus. Die natürliche Statik des Sprunggelenks erfordert den Einsatz eines hochspezialiserten Fuß- und Sprunggelenks-Chirurgen. Aber auch eine Versteifung des oberen Sprunggelenks führt nur dann zu guten Ergebnissen, wenn auch die Fehlstellungen des Sprunggelenks korrigiert wurden. Unterbleibt diese Korrektur der Belastungslinie, kann das versteifte Sprunggelenk z.B. zu sehr im Spitzfuß stehen und die Nachbargelenke verschleißen schnell.
Bei Einsatz einer Prothese des Sprunggelenks muß diese natürliche Beweglichkeit und natürliches Gefühl im Sprunggelenk erhalten bleiben. Das ist die große Chance für die Lebensqualität des Patienten; aber auch die Herausforderung für den spezialisierten Orthopäden: Die Sprunggelenk-Prothese muß diesem natürlichen Bewegungsablauf des Sprunggelenks möglichst nahekommen.
Ohne die Analyse und Aufarbeitung aller möglichen Fehlstellungen des Sprunggelenkes ist eine Sprunggelenk-Prothese aber nicht möglich.
Sind die Belastungslinien de Sprunggelenks nicht intakt, ist das Scheitern der Sprunggelenk-Prothese vorprogrammiert. Schmerzfreie Sprunggelenksimplantate mit langer Haltbarkeit sind nur dann möglich, wenn ein spezialisierter Fuß- und Sprunggelenk-Chriurg im Verlauf der Planung der Sprunggelenksprothese die pathologischen Fehlstellungen des Sprunggelenks erkennt und korrigiert.




