Orthopädische Entwicklung: Die moderne Prothese des Sprunggelenks

Moderne Sprunggelenks- Prothesen werden knochensparend und zementfrei operiert: Sie verwachsen fest mit dem natürlichen Knochen. Der zementfreie Protheseneinbau vermindert die Gefahr der Lockerung der Sprunggelenksprothese deutlich. Nur wenige Millimeter des natürlichen Knochens müssen geopfert werden, um einen stabilen Einbau zu gewährleisten. Die medizinsche Möglichkeit einer Versteifung (Arthrodese) als letzte Rückzugsmöglichkeit bleibt stets erhalten.
Wie kann eine moderne Sprunggelenk-Prothese den natürlichen Bewegungsablauf gewährleisten?
Die obere und die untere Gelenkfläche - Schienbein und das Sprungbein am Fuß - werden mit jeweils einer Metallkappe überzogen. Dazwischen befindet sich ein frei beweglicher Polyethylen-Kern (Kunststoff-Kern). Dieser PE-Kern sorgt für die natürliche Beweglichkeit des künstlichen Sprunggelenks. Nur durch die freibewegliche Verbindung werden schädliche Belastungen von den Prothesen auf den Gelenkflächen ferngehalten. Das ist die Voraussetzung für möglichst lebenslange Stabilität der Sprunggelenksprothese.

Auch die Beseitigung von Fehlstellungen, Störungen im Bandapparat und Herstellung natürlicher Belastungslinien (Beinachsenstellung) sind für die langfristige Stabilität der Sprunggelenksprothese wichtig. Mit dem korrekten Einbau der Prothese ist es nicht getan: Unfallschäden und Schäden in der Umgebung des Sprunggelenks müssen sorgfältig erkannt und bei der Behandlung miteinbezogen werden. Der Sprunggelenks-Spezialist wird also immer die ganzheitliche Funktion des Sprunggelenks im Auge behalten müssen. Anders ist Stabilität der Sprunggelenksprothese und ein gutes Ergebnis für die Lebensqualität im Alltag nicht zu erzielen. Begleiteingriffe stellen natürliche Belastungslinien im Sprunggelenk her. Sie werden oft vorbereitend Monate vor der eigentlichen Prothesenoperation vorgenommen. Natürliche Belastungslinien und ein intakter Bandapparat können die Lebensdauer des natürlichen wie des künstlichen Sprunggelenks entscheidend erhöhen.
Welche Untersuchungen und Korrekturen bereiten die Operation der Sprunggelenksprothese vor?
- Behebung von Bandschäden durch Korrektur oder Bandplastik
- Stellungskorrektur an Unterschenkel, Ferse oder Fuß
- Röntgenbilder unter Belastung zeigen den Zustand von Gelenk und Bändern
- Genaue Beurteilung der Festigkeit und Beweglichkeit des Sprunggelenks
- Längenkorrektur von Sehnen reguliert die Beweglichkeit
- Genaue Prüfung der Muskelfunktion
- Messung der Nervenfunktion um neurologische Störungen der Beweglichkeit des Sprunggelenks auszuschliessen
- Begleiteingriffe werden nicht mit der Prothesenoperation kombiniert: mit der Dauer eines einzelnen Eingriffs steigt das Komplikationsrisiko für den Patienten



