Frozen Shoulder Syndrom: Wenn das Schultergelenk einfach "einfriert"
- Wer bekommt eine "Frozen Shoulder"?
- Wie ist der Verlauf einer "Frozen Shoulder"?
- Diagnose der "Frozen Shoulder"
- Therapie: Konservative Behandlung der "Frozen Shoulder"
- Therapie: Operative Behandlung der"Frozen Shoulder"
- Prognose: Aussichten nach Behandlung der "Frozen Shoulder"?
1. Wer bekommt eine "Frozen Shoulder"?

Das "Frozen Shoulder" Syndrom (Adhäsive Kapsulitis) führt sehr rasch zu einer schmerzhaften und unbeweglichen Schulter. Der Verlauf ist zwar recht gut vorhersahbar, aber für Patienten und Arzt gleichermaßen dramatisch und unangenehm. Vor allem Patienten im Alter zwischen 40 und 60 Jahren sind vom "Frozen Shoulder Syndrom betroffen. Frauen sind öfter als Männer davon betroffen. Bei 25% aller Patienten sind - meist kurz nacheinander - sogar beide Schulter befallen.
Zu den Risikofaktoren der "Frozen Shoulder" gehören vor allem Störungen des Hormonsystems und des Zuckerstoffwechsels.
Ursachen der "Frozen Shoulder"
- Diabetes Mellitus (Zuckerkrankheit)
- Schilddrüsenunterfunktion
- Schilddrüsenüberfunktion
- Metabolisches Syndrom
- Hoher Cholesterinspiegel
Orthopädische Ursachen der "Frozen Shoulder"
- Einengung unter dem Schulterdach
- Sehnenrisse (Unfälle)
- Nach Operationen
2. Wie verläuft ein "Frozen Shoulder" Syndrom?
Obwohl es eine Reihe von Grunderkrankungen gibt, die das Auftreten des "Frozen Shoulder" Syndroms wahrscheinlicher machen, sind die genauen Krankheitsursachen noch ungeklärt. Im Verlauf der Erkrankung vernarbt und verklebt das Kapselgewebe um das Schultergelenk aus weitgehend ungeklärten Ursachen. Die Schrumpung der Gelenkhülle und die zunehmende Vernarbung führt zu den starken Bewegungseinschränkungen. Die Krankheit endet in der Regel typischerweise auch ohne Behandlung nach einem Zeitraum zwischen 6 Monaten und 2 Jahren.
Stadium 1 (Starke Schmerzen): Schmerzen, insbesondere nachts als Ruheschmerzen. Bewegungseinschränkungen stehen hier noch nicht im Vordergrund
Stadium 2 (Einsteifung) Die Schmerzen lassen nach, es tritt eine zunehmende Bewegungseinschränkung in den Vordergrund. Ein typisches Zeichen: Bei an den Körper angelegtem Ellenbogen uns waagerecht ausgestreckten Unterarm kann die Hand nicht nach außen geführt werden. Das Ellenbogengelenk kann nicht mehr auf Schulterhöhe angehoben werden.
Stadium 3 (Erholung) Die Bewegungsgeinschränkungen lösen sich auf. Die Schmerzen nehmen wieder ab.
3. Wie untersucht der Orthopäde die "Frozen Shoulder"? Diagnose
Mit diesen Krankheiten kann "Frozen Shoulder" verwechselt werden
- Subakromiales Impingement
- Tendinosis Clacarea (Kalkschulter)
- Schulterarthrose (Omarthrose)
Das wichtigste Symptom der "Frozen Shoulder" besteht in der zunehmenden, schmerzhaften Bewegungseinschränkungen, die sich aus der Befragung des Patienten ergibt. Andere Ursachen eines Schulterimpingement oder ein Unfall müssen vom Orthopäden als Ursache ausgeschlossen werden. Dabei spielen Ultraschalluntersuchung und Röntgen die Hauptrolle - selten MRT.
4. Therapie: Konservative Behandlung der "Frozen Shoulder"
Durch den absehbar typischen Verlauf des Frozen Shoulder Syndrom mit Selbstheilung nach 6 Monaten bis 2 Jahren ist Aufklärung des Patienten und Behandlung der Krankheitssymptome ein zentraler Bestandteil der Therapie. Der Orthopäde konzentriert sich daher auf die Schmerztherapie der "Frozen Shoulder" durch die Gabe von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR).
In zweiter Linie erfolgen Steroidinjektionen in das betroffene Gelenk. Steroidbehandlungen können die Beschwerden nur vorübergehend bessern und sind nur als vorübergehende Therapie gedacht. Der Krankheitsprozess wird durch Steroide nicht abgekürzt, nur bei besonders schmerzhaften Phasen können die Symptome durch Steroidinjektion gelindert werden.
5. Therapie: Operative Behandlung des Frozen Shoulder Syndroms
Minimalinvasive Operation der "Frozen Shoulder"Nah am Ansatz der Gelenkkapsel wird mit einem speziellen Instrument - einem sogenannten Elektrokauter - die Gelenkkapsel abgelöst. Dabei achtet der Schulterspezialist darauf, die für die Gelenkfunktion wichtigen Bänder zu erhalten.
Nach der Operation erfolgt unter fortwährender Schmerzstillung ein permanentes Bewegungstraining der Schulter auf einer Motorschiene.
Eine operative Behandlung der "Frozen Shoulder" wird meistens nur bei langem Krankheitsverlauf in Betracht gezogen. Die Operation erfolgt meist arthroskopisch (minimalinvasiv). Bei diesem minimalinvasiven Eingriff erfolgt eine operative Lösung der Gelenkkapsel. Doch auch bei operativer Lösung der Gelenkkapsel (Arthrolyse) ist erst nach einigen Monaten mit einem vollständigen Beschwerderückgang zu rechnen. So bringen auch operative Eingriffe keine entscheidende Verkürzung der Erkrankung. Die sofortige Heilung der Grunderkrankung bei "Frozen Shoulder" ist daher nicht möglich.
6. Prognose: Die Aussichten der "Frozen Shoulder"-Erkrankung
Ein zentraler Punkt bei der Therapie der "Frozen Shoulder" sind die damit verbundenen psychischen Belastungen für Patient und Arzt. Die Erkrankung ist chronisch, schmerzhaft und langwierig. nach Ausschluß aller übrigen Krankheitsursachen kann der Arzt lediglich den in der Regel monatelangen schmerzhaften Prozess betreuen.
Auch der Patient muß sich immer vor Augen führen, daß es keine schuldhafte Verursachung des Krakheitsprozesses gibt - sowenig wie eine schnelle Auflösung des Syndroms.
Dieser Verlauf stellt ganz besondere Anforderungen an das vertrauensvolle Arbeitsbündnis zwischen Orthopäden und Frozen Shoulder"-Patient. Durch intensive Beratung des Patienten muß diese psychische Belastung aufgearbeitet werden. Nur Motivation des Patienten zur Mitarbeit bei häuslichen krankengymnastischen Übungen kann den ansonsten langwierigen Verlauf abkürzen.



