"Schnellender Finger" - eine Sehnengleitstörung der Hand
- Was ist der "schnellende Finger"?
- Wer leidet unter dem "schnellenden Finger"?
- Woran erkennt der Orthopäde den "schnellenden Finger"?
- Wie behandelt der Orthopäde den "schnellenden Finger"?
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1. Was ist der "schnellende Finger"?
Abbildung der Handinnenfläche mit in den Finger hinein verlaufenden Fingersehnen. Die wie ein Fingerring um die Fingergelenke verlaufenden Ringbänder führen die Sehnen nahe an den Gelenken: So werden sie nicht wie eine Bogensehne aufgespannt. Das Syndrom des "schnellenden Fingers" beruht auf knotigen Verdickungen (orange eingezeichnet) in den Sehnen der Finger: Diese Verdickung bleibt an den quer zur Sehne verlaufenden Ringbändern der Fingergelenke hängen. Wenn sich diese Blockade bei Streckung des Fingers mit einem Ruck löst und die Verdickung durch das Ringband gleitet, kommt es zu dem Symptom des "schnellenden Fingers" Der "schnellende Finger" - auch "Springfinger" genannt, ist meistens eine verschleißbedingte Erkrankung der Fingersehne am ersten Fingergelenk. Es tritt meist an den Handinnenfläche auf. Durch die Verdickung der Sehne gleitet die Fingersehne nicht mehr durch die Sehnenscheiden des Fingers und wird blockiert.
2. Wer leidet unter dem schnellenden Finger?
Den "schnellenden Finger" findet man sehr viel häufiger bei Frauen als bei Männern. In den meisten Fällen wird der schnellende Finger nach dem 60 Geburtstag erstmals diagnostiziert.Oft wird der "schnellende Finger" zusammen mit einem "Karpaltunnelsyndrom" beobachtet: Auch beim Karpaltunnelsyndrom kann eine verschleißbedingte Größenzunahme der Sehne Druck auf die Nerven (Nervus Medianus) ausüben.
Ebenso, wie das Karpaltunnelsyndrom, kommt der "schnellende Finger" häufig in Kombination mit Diabetes (Zuckerkrankheit) vor.
Im Extremfall kann der "schnellenden Fingers" die Streckbewegung des Fingers auch ganz blockieen, so daß der Finger nicht mehr aus der Beuge gelöst werden kann.
3. Woran erkennt der Orthopäde den "schnellenden Finger"?
Das wichtigste Symprom des "schnellenden Fingers" ist namensgebend: Die ruckartige Bewegung des Fingers, die dann eintritt, wenn sich die Blockade der Sehnenverdickung am Ringband des Fingergelenks beim Strecken oder Beugen des Fingers ruckartig löst.
Diese Blockade kann auch schmerzhaft sein.
Am Morgen nach der Nachtruhe ist die Blockade am schmerzhaftesten.
Wenn der Extremfall eintritt - ein vollständig blockierter Finger - spricht man vom "gefangenen Finger".
Der Orthopäde muß bei der Untersuchung Fingerarthrose (Polyarthrose) ausschließen. Das geschieht über eine Röntgenuntersuchung der Hand.
4. Wie behandelt der Orthopäde den "schnellenden Finger"?
Im Frühstadium kann der Orthopäde durch eine Injektion entzündungshemmender Mittel in der Nähe der Schwellung die Verdickung Sehne zum Abschwellen bringen. Diese Spritze ist jedoch nicht risikofrei. Es besteht die Gefahr des Sehnenrisses, wenn die Spritze die Sehne erreicht. Der Erfolg ist meist nur vorübergehend.
Auch nicht steroidale Rheumatika (NSAR) wie Voltaren oder Ibuprofen könne das Abschwellen vorübergehend unterstützen
Auch Bewegungstherapie und Bewegungsübungen können die Symptome lindern.
Mit konservativen Therapiemethoden ist in der Regel keine dauerhafte Besserung zu erzielen, lediglich Symptome werden gemildert. Daher ist die Operation das Mittel der Wahl. Die Operation ist ein kleiner, ambulant durchführbarer mikrochirurgischer Eingriff. Dabei wird das Ringband und die krankhaft veränderte Sehnenscheide gespalten. Im Anschluss ist dann eine freie Beweglichkeit wieder möglich.



