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Knieoperation bei Arthrose: Wann muss bei Gonarthrose operiert werden?

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Fortgeschrittene Arthrose im Knie operativ behandeln: Gelenkerhalt, Gelenkversteifung und Gelenkersatz

Wenn alle konservativen Behandlungsverfahren gegen die Arthrose ausgeschöpft sind und der Patient unter starken Schmerzen leidet, die permanent hohe Dosen an Schmerzmitteln erforderlich machen, stehen operative Behandlungsmethoden gegen Kniearthrose zur Verfügung. Diese Operationen können in verschiedenen Stadien der entweder den Knorpel wieder herstellen, das Knie stabilisieren, oder aber das durch Arthrose zerstörte Knie durch Prothesen ersetzen.

Gelenkerhaltende Kniearthroskopie

Knorpelabrieb und Knochensplitter in der Gelenkkapsel führen zu schmerzhaften entzündlichen Schwellungen. Die Arthroskopie kann das Gelenk reinigen und Störungen beseitigen
Kniearthrose geht einher mit Knorpelabrieb und der Bildung von Knochensplittern in der Gelenkkapsel. © istockphoto

Die Kniearthroskopie erfordert zwei kleine Hautschnitte auf beiden Seiten des Kniegelenks. Durch Die Schnitte werden jeweils eine Sonde und kleinste Instrumente eingeführt. Das Kniegelenk wird gespült und von freien Fremdkörpern befreit. Kniearthroskopie ist also eine minimalinvasive Reinigung des Kniegelenks. Arthroskopie kann bei Kniearthrose kann an mehreren Stellen gelenkserhaltend wirken. Durch die Gelenksspülung werden Fremdkörper entfernt. Knochenwucherungen (Osteophyten) und Unebenheiten, die die Gelenkfläche verändern und aufrauhen, können mit kleinsten Geräten beseitigt werden. Der sich selbst unterhaltende Prozess kann durch eine minimalinvasive Arthroskopie also unterbrochen werden, denn Arthrose führt zu Knorpelabrieb, Bildung von knöchernen Neubildungen und Knochensplittern. Diese abgeriebenen Fremdkörper führen zu entzündlichen Erscheinungen im Gelenk - der sogenannten Synovialitis. Diese bei Kniearthrose auftretenden Gelenksentzündungen, die oft mit schmerzhaften Schwellung und Gelenkserguß im Kniegelenk einhergehen, führen zu einer weiteren Verschlechterung des Knorpelgewebes: der Knorpelabbau beschleunigt sich durch die Entzündungsprozesse. Die Arthrose wird durch diese Fremdkörper in der Synovialflüssigkeit zu einem sich selbst verstärkenden Vorgang.

Arthrose und autologe Knorpeltransplantation im Kniegelenk: Knorpelgewebe können mit der richtigen Unterstützung nachwachsen

Kniearthrose und  Knorpelzelltransplantation
Bei der Knorpeltransplantation werden körpereigene Knorpelzellen (Chrondrozyten) aus dem Knie des Patienten außerhalb des Körpers in einem speziellen Nährmedium um das Tausendfache vermehrt. Nach sechs Wochen werden sie wieder in das geschädigte Kniegelenk eingepflanzt. © istockphoto

Ein sehr moderner Ansatz zur Behandlung der Kniearthrose und zur Regeneration des Knorpels ist die autologe Knorpeltransplantation (Chondrozyten-Transplantation) die von Dr. Schneider durchgeführt werden kann. Wenn die Arthrose nicht zu weit fortgeschritten ist, kann die Knorpelzelltransplantation die Belastbarkeit des Knies auf natürlichem Wege wiederherstellen. Bei der autologen Knorpeltransplantation wird dem Patienten in einer minimalinvasiven Operation eine kleine Menge Knorpelgewebe aus einem wenig belasteten Teil des Kniegelenks entnommen. Im Labor, unter spezifischen Bedingungen gelingt, was im Körper wegen der fehlenden an Durchblutung des Knorpelgewebes kaum möglich ist: eine rasche Vervielfältigung der Knorpelzellen durch natürliche Vermehrung. Diese körpereigenen Knorpelzellen können nach sechs Wochen in einer zweiten, ebenfalls minimalinvasiven (arthroskopischen) Operation, auf die geschädigten Bereiche des Kniegelenks aufgebracht werden. Die im Labor vermehrten Knorpelzellen haften im Gelenk an und ersetzen das verloren gegangene Knorpelgewebe.

Arthrose und die Achsumstellung des Kniegelenks (Knieosteotomie)

Kniearthrose wird oft verursacht durch eine Fehlstellung der Beinachse. Diese Fehlstellung kann unfallbedingt sein oder angeboren. Arthrose durch lokale Knorpelüberlastung nach Fehlstellung kann oft durch Schuhzurichtungen nicht hinreichend therapiert werden. Eine Änderung der Belastungsachse im Kniegelenk kann dann weiterhelfen. Durch Einfügen oder Entfernung eines Knochenkeils unterhalb des Kniegelenks, kann bisher weniger belasteter Knorpel im Kniegelenk mehr Aufgaben übernehmen. Am häufigsten ist die Osteotomie bei der Varus-Gonarthrose - das ist die O-Beinstellung. Der Knochenkeil wird dabei dem Beckenkamm (Beckenknochen) des Patienten entnommen. Der fortschreitende Prozess der überlastungsbedingten Kniearthrose normalisiert sich durch diese Umstellungsoperation, weil alle Anteile des Kniegelenks wieder Ihre Aufgabe übernehmen.

Knochensparende Knie-Teilprothesen

Wenn die Gelenkflächen des Knies bei Kniearthrose nur teilweise geschädigt sind, können moderne Knie-Teilprothesen und Oberflächenverstärkungen ("Inlays") das Knie wieder belastbar machen. Dabei wird die natürliche Beweglichkeit des Kniegelenks durch Erhalt der Bänder und Muskeln und der natürliche Knochen weitgehend erhalten. Auch moderne Knieprothesen (Knie-TEP) und Knieteilprothesen (Inlays) erhalten die natürliche Beweglichkeit und Trainierbarkeit des Kniegelenks: aber nur, wenn bei rechtzeitiger Operation der natürliche Bandapparat des Knies miteinbezogen werden kann. Bei fortgeschrittener Kniearthrose kann der Verlust des Knochengewebes sowie des für die natürliche Führung des Kniegelenks unerläßliche Bandapparats zu weit fortgeschritten sein. Sind Bänder und Knochen nach fortgeschrittener Erkrankung nicht mehr intakt, kann der richtige Zeitpunkt für eine solche gelenkserhaltende Teilprothese des Kniegelenks zur Heilung verstrichen sein.

Heilung der Kniearthrose durch eine Knieteilprothese oder Inlay führt auch zum Erhalt der noch gesunden Anteile des Kniegelenks - sowohl der knöchernen Gelenksflächen als auch der Knorpel. Patienten mit Knieteilprothesen behalten eine sehr gute Beweglichkleit und Sportfähigkeit.

Gelenksersatz durch Knieprothesen (Knie-TEP)

Kniearthrose kann zu einem schmerzhaften, zunehmend versteifenden Knie führen. In vielen Fällen führt Kniearthrose schließlich sogar zum Verlust des natürlichen Kniegelenks. In Deutschland werden jährlich über 80.000 Knieprothesen eingesetzt.

Bei Arthrose im Knie lassen sich durch Knieprothesen Belastbarkeit und Schmerzfreiheit des Kniegelenks sicher wiederherstellen.

Die Lebensdauer der Knieendoprothese beträgt 15 - 20 Jahre, dann lockern sich die Knieprothesen in vielen Fällen wieder. Daher versucht der Orthopäde, Knieprothesenoperationen bei unter 60-jährigen Patienten zu vermeiden, um die Zahl der notwendigen Prothesenwechseloperationen klein zu halten.

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